Beispiele für eine gelungene Bewerbung

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Die Bewerbung

Nahezu jeder kennt es: Eine ansprechende Bewerbung zu verfassen, ist leichter gesagt als getan. Obwohl zahlreiche Karriereportale immer wieder versichern, es bedürfe lediglich einiger weniger Tipps, und schon sei das Anschreiben fertig, machen vor allem junge Menschen immer wieder andere Erfahrungen. Denn tatsächlich täuscht dieser Optimismus nur allzu oft darüber hinweg, dass Unternehmen heutzutage durchaus hohe Anforderungen an ihre Bewerber stellen, wenn es darum geht, sich angemessen zu bewerben. So sind selbst kleinste Nuancen, wie z.B. Wortwahl und Satzbau, wichtig, lassen sie doch erkennen, ob ein Kandidat verstanden hat, wo er sich bewirbt. Darüber hinaus muss es gelingen, alle relevanten Informationen gebündelt im Anschreiben darzustellen, ohne der Präsentation eigener Fähigkeiten dabei zu viel Raum zu geben. Damit Sie bei Ihrer nächsten Bewerbung nicht ins Fettnäpfchen treten, sollten Sie unbedingt die folgenden Tipps berücksichtigen.

Beispiele

Im Folgenden lesen Sie zwei Sätze, die ein und dasselbe aussagen und trotzdem einen jeweils verschiedenen Eindruck vermitteln.

„Zu meinen Stärken zählen Belastbarkeit, ein guter Überblick und Flexibilität“

oder

„In meinem ehemaligen Unternehmen habe ich als Teamleiter regelmäßig mit Situationen zu tun gehabt, in denen es darauf ankam, schnell auf neue Problemstellungen zu reagieren und dabei den Blick für das Gesamtprojekt nicht zu verlieren. Dies ist mir stets auch dann gelungen, wenn besonders intensiv gearbeitet werden musste.“

Der Unterschied zwischen beiden Sätzen besteht darin, dass in Satz 1 lediglich mit Paraphrasen argumentiert wird, die letztlich ebenso nichtssagend wie abgedroschen sind. In Satz 2 hingegen vermittelt der Bewerber einen persönlichen Eindruck dessen, was er bisher im Beruf geleistet hat. Es dürfte klar sein, dass ein Vorgehen wie in Satz 2 bestimmte Vorteile mit sich bringt, nämlich:

  • Die Bewerbung erhält eine persönliche Note, die einen authentischen Eindruck vermittelt
  • Die umschriebenen Fähigkeiten eines Bewerbers werden durch Beispiele illustriert und sind somit nicht haltlos
  • Der Wiedererkennungswert einer Bewerbung ist deutlich größer als bei der Verwendung von Paraphrasen
  • Beispiele können so gewählt werden, dass sie gut zu den Anforderungen der neuen Stelle passen
  • Achten Sie unbedingt darauf, Ihre Bewerbung nicht zu überladen

    Es ist durchaus verständlich, dass man den Wunsch hegt, die eigenen Fähigkeiten so stark wie möglich zu akzentuieren. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn man in der Vergangenheit hart für den eigenen Erfolg gearbeitet hat. Gleichwohl muss man wissen, dass auch der Rahmen einer Bewerbung begrenzt ist. Wählen Sie die Beispiele für Ihre Expertise daher stets mit Bedacht und vermeiden Sie es, Dinge zu wiederholen. Denken Sie daran, dass ein Bewerbungsschreiben nicht dazu dient, Ihre Lebensgeschichte nachzuerzählen. Vielmehr soll ein kurzer Überblick über die wesentlichen Etappen verschafft werden, der Interesse weckt und zu Nachfragen anregt.

    Erzählen Sie Ihre Geschichte, nutzen Sie das Storytelling

    Das Bewerbungsgespräch bietet Personalern die Möglichkeit, einen Bewerber persönlich kennenzulernen. Dies hat natürlich den Zweck, herauszufinden, ob eine Person auch menschlich in ein Unternehmen passt. Was für die einen eine äußerst unangenehme Situation darstellt, erkennen die anderen als große Chance, um sich bestmöglich in Szene zu setzen. Beim Storytelling kommt es darauf an, die eigene Geschichte möglichst authentisch und anregend zu erzählen. Grundsätzlich bezieht sich der Begriff auf zwei unterschiedliche Erzähltechniken, die man bei der Beantwortung von Fragen nutzen kann.

    • Reflektorisch: Hier beziehen Sie alles Gesagte auf sich selbst, argumentieren also stets von ihrem persönlichen Standpunkt aus, indem sie Formulierung nutzen wie „Ich denke, ich bin flexibel, weil…“
    • Episodisch: Bei dieser Technik werden Fragen grundsätzlich mittels eigener Erzählungen beantwortet, in denen es um ihre berufliche Vergangenheit geht. Dies vermittelt den Eindruck, dass ein Bewerber über fundierte Erfahrungen verfügt, die ihn befähigen, mit Herausforderungen umzugehen.

    Sofern Sie sich dazu entscheiden, die episodische Technik anzuwenden, sollten Sie sich im Vorfeld bereits ein paar Szenarien zurechtlegen, die Sie dann bei Bedarf wiedergeben. Begehen Sie auf keinen Fall den Fehler, Dinge hinzuzudichten oder sich gar Neues auszudenken. Bleiben Sie authentisch und stellen Sie Ihre Erfahrungen durch sorgfältig gewählte Episoden aus dem Berufsleben unter Beweis.


    Beispiele

    Wir brauchen ein Improvisationstalent

    „Schnell auf neue Situationen zu reagieren, empfinde ich als anregend. Vor ein paar Wochen rief unser Außendienstmitarbeiter spontan im Büro an und sagte, dass der Kunde sich im letzten Moment doch für ein anderes Produkt entschieden habe, das nun umgehend geliefert werden müsse. Daraufhin habe ich dann umgehen drei Kollegen instruiert und mit den neuen Anweisungen zum Kunden geschickt.“

    Sie sollten unbedingt belastbar sein

    „So etwas ist mir bestens bekannt. Denn oft haben meine Kollegen und ich durch Überstunden noch so manches geschafft, was zunächst kaum machbar erschien.“

    Dinge zu reflektieren, ist niemals schlecht, zeigt es doch, dass Sie sich Gedanken zu einem Thema gemacht haben.
    „Damals habe ich gemerkt, dass ich immer noch ein Stück über mich hinauswachsen kann.“
    Denken Sie daran, dass es darauf ankommt, Ihre eigene, unikale Geschichte so zu erzählen, dass diese Personalern noch lange in Erinnerung bleibt.

    Die STAR-Methode: So funktioniert's

    Das Massachussetts Institute of Technology (MIT) empfiehlt die sogenannte STAR-Methode, die sich aus folgenden Bausteinen zusammensetzt.

    • Situation: In welcher Situation haben Sie sich befunden?
    • Task: Worin bestand Ihre Aufgabe?
    • Action: Was haben Sie getan?
    • Result: Welche Ergebnisse liegen vor?

    Die STAR-Methode: Beispiel

    Ein Beispiel für die Erzähltechnik der STAR-Methode könnte folgendermaßen aussehen:

    „Als ich in das Unternehmen XY kam, suchte man jemanden mit Erfahrung für IT-Security-Lösungen (Task), da bisher zu wenig Kollegen hierfür zur Verfügung standen (Situation)

    Nachdem ich die Stelle angetreten war, begann ich umgehend damit, neue Software zu benutzen (Action), was zu einer sichtlichen Verbesserungder Sicherheitsarchitektur geführt hat (Result).“