Kenntnisnahme bedeutet nicht immer Zustimmung

Menschen fallen immer wieder dem Irrtum anheim, dass die Kenntnisnahme der Ideen einer anderen Person automatisch auch deren Zustimmung impliziert. Dieser kardinale Verständnisfehler markiert gleichermaßen den Unterschied zwischen populären und unbeliebten sowie erfolgreichen und erfolglosen Personen. Was aber macht diesen Unterschied genau aus? Die meisten Gewohnheiten, die uns davon abhalten, emphatische Zuhörer zu sein (dazu zählt etwa das Unterbrechen von Personen während eines Gesprächs oder aber, die Ideen anderer Menschen nicht in gebührender Weise zu würdigen), beruhen im Kern auf der Verwechslung von der Kenntnisnahme einer Sache und deren Zustimmung.

Geduldiges Zuhören, das ohne Unterbrechungen auskommt, dafür aber Zustimmungen enthält, kann gleichermaßen dazu beitragen, dass sich Beziehungen öffnen und gestärkt werden. Trotzdem haben die meisten von uns Angst davor, dass die eigene Passivität als die Kenntnisnahme von etwas interpretiert und im Rahmen sozialer Kommunikation sodann als Zustimmung gedeutet wird. Deswegen neigen wir dazu, unser Gegenüber immer dann zu unterbrechen, wenn wir ausdrücken wollen, dass wir nicht mit seinen Ansichten einverstanden sind.

Ein solches Verhalten ist allerdings nicht besonders förderlich. Vielmehr trägt es dazu bei, uns selbst, unseren Beziehungen sowie unseren Karriereaussichten zu schaden. Auch führt es dazu, dass man als ungehobelt, unsensibel und taktlos erscheint. Der mit Abstand negativste Teil dieses Szenarios besteht allerdings in der Fehlannahme, dass die Kenntnisnahme von etwas immer dessen Zustimmung bedeutet. Infolgedessen entstehen nicht selten Unbehaglichkeiten, die uns zu schlechten und ungeduldigen Zuhörern machen.

Dies ist jedoch fatal. Denn einer anderen Person empathisch zuzuhören, hilft uns dabei, ihr Vertrauen zu gewinnen, sofern Kommentare denn einen unterstützenden Charakter haben, wie z.B. „Okay“ oder „ich verstehe“ etc. Derartige Bemerkungen drücken zeitweises Einverständnis und Gefälligkeit gegenüber dem Standpunkt des Sprechers aus und helfen diesem dabei, die eigenen Gedanken besser auszudrücken. Grundsätzlich kann jede Idee auch später noch durch einen persönlichen Standpunkt angefochten werden. Eine unpassende Bemerkung zu machen, ist aber stets respektlos, während das Unterbrechen von sprechenden Personen in vielen Kulturen gar als Beleidigung aufgefasst wird.

Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man den Sprecher darin ermutigen, seine Gedanken auszudrücken. Grundsätzlich gibt es eine Reihe allgemeiner Hinweise, die man dabei beachten sollte.


  • Fahren Sie einer anderen Person niemals ins Wort, es sei denn, dass es nicht anders geht!

  • Üben Sie sich in Geduld!

  • Ermuntern Sie den Sprecher!

  • Leiten Sie den Sprecher bei der Formulierung seiner Gedanken an!

  • Drängen Sie den Sprecher niemals in die Defensive!

  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit direkte Fragen!

  • Wiederholen Sie wichtige Aussagen des Sprechers als Fragen!

  • Hören Sie aufmerksam zu!

  • Selbst wenn der Sprecher Sie dazu ermuntert, offen zu sagen, was Sie denken, sollten Sie es vermeiden, ihn durch etwaige Fragen zu verunsichern!

  • Bleiben Sie stets neutral und lassen Sie sich emotional nicht involvieren!

  • Gewinnen Sie das Vertrauen des Sprechers!


Denken Sie daran: Eine erfolgreiche Person ist immer auch ein guter Zuhörer, und ein guter Zuhörer hilft anderen Menschen grundsätzlich dabei, die eigenen Gedanken ausdrücken. Darüber hinaus sind gute Zuhörer niemals voreingenommen und können die Sympathie von Menschen sehr leicht für sich gewinnen. Aufblühende Beziehungen verbessern Ihre Chancen auf persönlichen Erfolg und tragen dazu bei, dass man Menschen stets einen Schritt voraus ist, die einem die eigene Meinung direkt unter die Nase reiben.