Richtig verstanden — Anschreiben zu Marketing-Zwecken

Richtig verstanden — Anschreiben zu Marketing-Zwecken

Zusammenfassung: Ihr Anschreiben an den zukünftigen Arbeitgeber sollte sich gut lesen lassen und von einer einwandfreien Grammatik geprägt sein. Grundsätzlich sollte es überhaupt keine Mängel aufweisen. Denn ein gelungenes Anschreiben ist sehr wichtig, es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Verkaufswerkzeug. Sie müssen strategisch darin geschult sein, ihre Ziele zu verfolgen. Ein guter Schreibstil mit einer angemessenen Begrüßung und einem treffenden Umgangston sind dabei von großer Bedeutung.

Allgemeine Hinweise zum Anschreiben

Jedes Anschreiben sollte grammatikalisch korrekt sein. Zudem darf es weder Rechtschreib– noch Interpunktionsfehler enthalten. Dies könnte vor allem dann schwierig sein, sofern Sie nicht mehr auf die Dienste einer Sekretärin zurückgreifen können, sondern auf Ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen müssen. Die Rechtschreibhilfe Ihres Textverarbeitungsprogrammes zu verwenden, ist zwar hilfreich, nützt jedoch wenig, wenn es darum geht, kardinale Grammatikfehler zu vermeiden. Lesen Sie jedes Ihrer Anschreiben sorgfältig Lektüre und denken Sie daran, dass Fehler immer zu einem negativen Gesamteindruck führen.

Das Anschreiben sollte zudem unbedingt über eine saubere Form verfügen. Sofern Sie dasselbe Anschreiben an verschiedene Arbeitgeber versenden, ist es sinnvoll, dieses zu fotokopieren. Stellen Sie jedoch sicher, dass das verwendete Papier sauber ist und keine Flecken oder andere Unreinheiten wie Spuren von Druckerschwärze enthält.

Selbst, wenn Sie auf eine unpersönliche Anzeige antworten, sollten Sie unbedingt vermeiden, Floskeln wie „Sehr geehrter Herr“ bzw. „Sehr geehrte Frau“ zu verwenden. Benutzen Sie daher besser persönliche Anreden wie „Sehr geehrter Herr Direktor XY“. Sofern Sie den beruflichen Titel einer Person kennen, sollten sie diesen also ruhig auch verwenden. Denken Sie auch daran, nach erfolgter Anrede ein Komma zu setzen. Kennen Sie den Adressaten nicht und wenden sich an eine Organisation, können Sie die Begrüßung aussparen und stattdessen eine Betreffzeile verwenden (Betreff: Bewerbung).
Seien Sie beim Verfassen eines Anschreibens genauso freundlich, als würden Sie einer Person schreiben, die Sie gut kennen. Wichtig ist, dass sich das Anschreiben flüssig liest und zu einer Konversation anregt. Durch lautes Vorlesen Ihres Textes können Sie prüfen, ob Ihnen dies gelungen ist. Verleihen Sie Ihrem Enthusiasmus Ausdruck, so dass der Leser Ihres Anschreibens diesen auch bemerkt. Überzeugen Sie den Adressaten Ihres Anschreibens und erledigen Sie damit seinen Job, indem Sie ihm eine positive Entscheidung leicht machen.
Selbst, wenn Sie sich darüber Sorgen, ob Sie den Job tatsächlich auch bekommen, lassen Sie Ihre Zweifel auf keinen Fall in den Zeilen Ihres Anschreibens deutlich werden. Verzichten Sie auch auf die Erwähnung überflüssiger Dinge, die nichts mit Ihrer Bewerbung zu tun haben. Schreiben Sie daher zielführend und kommen Sie sofort auf den Punkt.
Schreiben Sie niemals mehr als eine bzw. maximal eineinhalb Seiten und formulieren Sie stets in kurzen Absätzen (sofern ein Absatz länger als fünf oder sechs Zeilen ist, sollten Sie schauen, ob es möglich ist, diesen auf zwei aufzuteilen). Gestalten Sie das Layout Ihres Anschreibens so, dass Sie möglichst viele weiße Flächen offen lassen, da beschäftigte Personaler oft keine Lust haben, zu viel Text zu lesen, weshalb es sein kann, dass ein Anschreiben ungelesen zur Seite gelegt wird und dann schnell im Papierkorb landet. Halten Sie sich also daran, wenig Worte und kurze Sätze zu verwenden.
Hier geht es darum, wie gut sich Ihr Anschreiben lesen lässt, was insgesamt von mehreren Faktoren abhängt. Zu diesen zählen Satzkomplexität und –länge, Lexik, Schreibstil und Tonalität. In der Geschäftswelt sollten Texte grundsätzlich nicht das Niveau eines Artikels von Reader’s Digest überschreiten, was etwa den Anforderungen der zehnten Klasse entspricht. Die einfachste Möglichkeit, um das eigene Niveau zu überprüfen, besteht im sogenannten Gunning Fox Index. Dieser hängt von der Satzlänge, der grammatikalischen Komplexität sowie der Anzahl von vielsilbigen, also langen Wörtern, sowie dem Wortschatz ab. Das Ganze funktioniert so:



    1. Wählen Sie mehrere Ihrer Schreibvorlagen von jeweils 100 Wörtern. Zählen Sie dann die genaue Wortanzahl sowie die Anzahl der Sätze. Teilen Sie dann die Anzahl der Wörter durch die Anzahlt der Sätze, um den Durchschnittswert für die Satzlänge zu ermitteln.


    2. Zählen Sie alle Wörter, die drei und mehr Silben enthalten. Sparen Sie jedoch Namen, Verbalkomposita und Präfix-Bildungen aus. Ermitteln Sie dann den Prozentsatz komplizierter Wörter, indem Sie die Wortanzahl schwieriger Wörter durch die Gesamtwortzahl teilen und das Ergebnis mit 100 multiplizieren.


    3. Addieren Sie die durchschnittliche Satzlänge (Rechnung 1) und den prozentuellen Wert schwieriger Wörter (Rechnung 2), und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 0,4. Das Ergebnis wird dann als Fog Index bezeichnet.

Anschreiben für Marketing-Zwecke nutzen

Nicht selten können Sie Dinge mithilfe von Anschreiben erledigen, die sich nicht gut am Telefon oder in einem persönlichen Gespräch regeln lassen. Sicher ist Ihnen bekannt, dass die meisten Manager daran gewöhnt sind, stets auf Gedrucktes zu reagieren. Egal, wo sie sich gerade befinden, ein Anschreiben werden sie wohl immer beantworten. Im Folgenden lesen Sie, welche Arten von Anschreiben am besten geeignet sind, um von Ihrem Adressaten eine positive Antwort zu erhalten.

Eine Suche nach „Fishing Expeditions“ (dt.: Angelausflüge) für Jobs können Sie auf zwei Arten schreiben. Im Anfrageschreiben wenden Sie sich an Menschen, die Sie bereits kennen – an Freunde oder Bekannte, Kollegen oder Mitglieder aus den Branchen, um die es geht. Diese Menschen bitten Sie dann um Vorschläge, die bei der Jobsuche helfen könnten. Oft werden sich Ihre Kontakte auf Personen beziehen, die sie kennen und dabei vielleicht sogar andere aus ihrer Branche erzählen, die Personal einstellen. Grundsätzlich sollten die Anschreiben kurz, freundlich und direkt gestaltet sowie auf den Punkt formuliert sein. Denn Sie bitten nicht um Hilfe oder in irgendeiner Weise darum, dass man Ihnen unter die Arme greift. Anfrageschreiben sind vielmehr ein Teil Ihrer Netzwerkarbeit. Lassen Sie auf ein Anfrageschreiben ruhig einen Telefonanruf folgen und halten Sie dabei die Fristen ein, die Sie in Ihrem Schreiben erwähnt haben.

Die zweite Art von Anfrageschreiben ist die Empfehlung. Diese schreiben sie, um Hinweise zu nutzen, die Sie von persönlichen Kontakten oder aus anderen Korrespondenz erhalten haben. Fragen Sie, ob man Zeit für ein persönliches Treffen oder ein Telefonat hat. Denken Sie daran, dass diese Briefe immer noch ein Teil der ersten beiden Marketing-Aktivitäten sind – der allgemeinen Marktuntersuchung sowie der Segmentierung des Marktes. Wenn Sie Glück mit Ihren Kontakten haben, könnte Sie das direkt in den dritten und vierten Teil Ihrer Kampagne führen, was jedoch nicht unbedingt der Fall sein muss. Bleiben Sie am Ball, indem Sie zu der von Ihnen angekündigten Zeit anrufen.