Stress im Beruf — Wie gehe ich damit um?

Stress

Stress gehört zu jenen von der Natur eingerichteten Empfindungen, die dem modernen Menschen häufig eher schaden als ihm nutzen. Bei den Steinzeitmenschen machte es noch Sinn, dass im Angesicht einer bedrohlichen Situationen der Blutdruck rapide stieg und der gesamte Körper auf eine Flucht oder einen Angriff vorbereitet war. In heutigen Zeiten fühlt man sich jedoch weniger von wilden Tieren als von Termindruck und einem Berg von Arbeit bedroht. Dabei kann es leicht passieren, dass es in derartigen Stresssituationen zu ärgerlichen Fehlern und unüberlegten Entscheidungen kommt. Es macht auch keinen besonders souveränen Eindruck, wenn ein Referent vor Kunden schweißgebadet, mit hochrotem Kopf und zittriger Stimme steht und am liebsten einfach wegrennen würde. Wer nicht zu jenen gehört, die Probleme damit haben in anspruchsvollen Situationen ruhig und konzentriert zu bleiben, dem seien folgende Tipps ans Herz gelegt.

Unsere Tipps

Stress ist oft eine Reaktion auf Chaos im Kopf. Wer beim Vorbereiten eines Hand-Outs schon in Gedanken bei dem nächsten schwierigen Kundengespräch ist und obendrein einen Stapel von unbearbeiteter Post vor sich liegen sieht, der wird sich womöglich nicht ausreichend auf jede dieser Arbeiten konzentrieren können. Deshalb ist es wichtig, Struktur in den Arbeitstag zu bringen. Beginnen Sie daher den Tag mit dem Erstellen einer To-Do-Liste mit entsprechenden Zeitfenstern und halten Sie sich auch tatsächlich daran. Es ist sinnvoller den Fokus auf die Arbeit zu richten, die gerade ansteht, und erst danach an die nächsten Tätigkeiten zu gehen.
Viele Menschen machen den Fehler und versuchen auf die Minute genau von einem außerhäuslichen Termin zum nächsten zu hetzen. Logischerweise kommt es dabei häufig zu Verspätungen, z.B. aufgrund eines Staus oder einer verspäteten S-Bahn. Deshalb ist es sinnvoll, sich vorzunehmen 15 Minuten vor Terminbeginn vor Ort zu sein. Damit eliminieren Sie eine überflüssige Stressquelle, vermeiden Verspätungen und finden einige Minuten der Ruhe, um konzentriert die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.
Viele Menschen brauchen den Koffeinkick, um auf Trab zu bleiben und gute Leistungen zu bringen. Der Nachteil von Kaffee, Energydrinks oder auch schwarzem Tee ist jedoch, dass diese Stress verstärken. Wenn Sie eher zu den stressanfälligen Menschen gehören, dann sollten Sie nicht den Fehler machen, diesen unnötigerweise noch weiter zu pushen. Grundsätzlich ist es sowieso gesünder, ein Glas Wasser oder eine Apfelschorle den koffeinhaltigen Getränken vorzuziehen.
Folgende Speisen wirken sich positiv auf den Stressabbau aus: — Avocado: Sie enthält wertvolle B-Vitamine, Kalium und Magnesium. Damit wird das Nervensystem stabilisiert. — Nüsse: Neben Vitamin B6 und Magnesium enthalten Nüsse Vitamin E, das die Nerven vor Freien Radikalen schützt, sowie Niacin, das eine beruhigende Wirkung auf die Psyche hat. Besonders effektiv sind Walnüsse und Pistazien. — Bananen: Diese enthalten Tryptophan, ein natürliches Beruhigungsmittel. Sollten Sie allerdings so müde sein, dass die Gefahr bestünde einzuschlafen, dann wäre der Verzehr von Bananen eher kontraproduktiv. — Fisch: Die enthaltenden Omega-3-Fettsäuren tragen zu einer normalen Nervenfunktion bei. — Haferflocken: Neben dem enthaltenden Vitamin B1 zeichnen sich Haferflocken durch komplexe Kohlenhydrate aus, die vom Körper gleichmäßig und langsam verwertet werden: eine sinnvolle Alternative zum schnellen Zuckerkick durch Cola oder Schokolade.
„Kannst Du mal eben ein Schriftstück aufsetzen?“ — Jeder kennt es, dass Arbeitskollegen mit einer Fragen dieser Art kommen. Normalerweise gehört zu einer guten Teamarbeit dazu, dass man auch spontan dazu bereit ist außerplanmäßige Aufgaben anzunehmen. Aber an Tagen, in denen Sie bereits mit einem hohen Arbeitspensum planen, sollten Sie auch den Mut haben, derartige Bitten zu verneinen. Gehen Sie sinnvoll mit Ihrer Zeit um und lassen Sie sich von unwichtigen Dingen nicht von den Tageszielen ablenken.
Wenn für Sie die Stressbewältigung ein ernsthaftes Problem darstellt, könnten Sie in Erwägung ziehen, es mit Meditation oder anderen Entspannungsübungen zu versuchen. Es lohnt sich, sich in diese Thematik intensiv einzulesen und zuhause verschiedene Übungen auszuprobieren. Beim Autogenen Training geht es darum, sich selbst Ruhe „einzureden“ und somit auch im Alltag auf eine entspannende Denkweise zurückgreifen zu können. Trotz aller Probleme mit dem Stress, sollte man aber auch versuchen, diesen positiv zu sehen. Würde man kein Stressgefühl entwickeln, so würde man womöglich langsam und antriebslos agieren. Manchmal braucht man diesen Kick im Sinne von „So, jetzt muss ich etwas leisten“ und das ist (zumindest bis zu einem gewissen Grad) nicht unbedingt negativ.