Die 5 hartnäckigsten Mythen über Robotic Process Automation

Robotic Process Automation

Die meisten Leute stellen sich unter Robotern noch große Maschinen vor, die beispielsweise beim Zusammenbau von Autos eingesetzt werden. Oder eben Science-Fiction-Figuren wie Optimus Prime, C-3PO oder Cyberdyne Systems Model 101, besser bekannt als „Terminator“. Zu Robotern zählen neben Maschinen aber auch Technologien wie Softbots, künstliche Intelligenz, Sensorennetzwerke und Datenanalysen. Diese Phänomene nennt man Robotik – oder Robotic Process Automation (RPA).
RPA lässt sich am einfachsten als Software beschreiben, die menschliches Verhalten imitiert. Dieses Verhalten sollte typischerweise regelbasiert sein, sodass es in Prozeduren und Bedienungsanleitungen beschrieben werden kann und sollte, wenn die RPA-Software effektiv sein soll, über digitalen Input steuerbar sein.
Heutzutage gibt es viele gute Beispiele erfolgreicher RPA-Implementierungen. Dieselben zeigen aber auch, dass RPA als Lösung immer noch Fragen aufwirft. Noch immer kursieren zahlreiche Mythen und Vorurteile.

Hier die fünf hartnäckigsten Mythen über Robotic Process Automation:

Mythos 1: “Mit RPA können sämtliche Büroarbeiten automatisiert werden.“

Fast. RPA eignet sich für regelbasierte Prozesse mit digitalem Input. Im Bereich der selbstlernenden Systeme (künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen) sind interessante Entwicklungen im Kommen, die das Handling von fallbasierten, unstrukturierten Aktivitäten ermöglichen, doch die haben in der Regel nichts mit RPA zu tun.

Mythos 2: „RPA ist hauptsächlich für die Reduzierung von Betriebskosten gut.“

Falsch. Kosteneinsparungen sind definitiv einer der Vorteile von RPA, aber sie hat an anderer Stelle noch viel größeren Nutzen. Beispielsweise führen Roboter dieselbe Aufgabe immer auf exakt dieselbe Weise aus, so dass sich die Konsistenz in der Herstellung erhöht. Und da der Roboter alle Vorgänge erfasst und protokolliert, steigen die Compliance sowie die Datenbasis für Reports bzw. Analysen signifikant. Darüber hinaus ist es einfach, den Output von Robotern bei Bedarf zu erhöhen oder zu verringern, was entscheidend bei Prozessen sein kann, die Flexibilität und Skalierbarkeit erfordern. Zuletzt arbeiten Roboter schneller als Menschen, so dass sich die Durchlaufleistung steigert.

Mythos 3: „Am Ende werden die Roboter einen Großteil meiner Angestellten ersetzen.“

Prognosen zeigen, dass einige der Arbeitsstellen, wie wir sie kennen, tatsächlich durch Roboter ersetzt werden. Zugleich entstehen in der RPA-Entwicklung neue Arbeitsplätze, es wird Raum für Arbeiten entstehen, für die bisher die Zeit nicht reichte, und es werden sich neue Industrien mit neuen Arbeitsmöglichkeiten bilden. Das hat die Geschichte immer und immer wieder gezeigt… Davon abgesehen werden Robotik und Menschen einander in vielen Fällen ergänzen, denn die Roboter werden die Routineaufgaben übernehmen, die sich nie verändern, während die Menschen sich den mehrwertigeren Aktivitäten widmen. Was stimmt, ist, dass sich die Arbeitsplatzkategorien verändern werden. Das heißt, die Angestellten sollten sich nicht am Status Quo festhalten, sondern kontinuierlich an ihrer Weiterbildung arbeiten.

Mythos 4: „RPA kann ohne Mithilfe der Technologieabteilung implementiert werden.“

Nein, der Einsatz von Robotern muss unbedingt von der IT abgesegnet werden (ihre Architektur, auch ihre Sicherheit). Die Unterstützung der IT ist auch bei der Installation und Wartung vonnöten. Zudem kann die Konfiguration von Robotern immer noch sowohl Programmierkenntnisse, als auch Skills im Bereich Controlling erfordern. Korrekt ist allerdings, dass die Technologieabteilung gegenüber althergebrachten IT-Projekten weniger involviert ist. Unglücklicherweise kommt es immer noch vor, dass Unternehmen Roboterlizenzen einkaufen, nur um dann festzustellen, dass die eingekauften Modelle nicht den eigentlichen Bedarf abdecken oder dass Anschaffungsalternativen wie As-A-Service besser gepasst hätten. Dieselben Probleme traten übrigens auch häufig während der ERP-Einführung mit SAP-Lizenzen auf.

Mythos 5: „RPA ist das Todesurteil für meine administrativen und operationalen Optimierungsprozesse.“

Unsinn. Obwohl die Ergebnisse von RPA vielversprechend sind, stellt ihr Einsatz immer noch eine von vielen verschiedenen Möglichkeiten dar. Lösungen wie Lean bzw. die Sechs-Sigma-Methode, Outsourcing der Produktion ins Inland oder Ausland sowie althergebrachte IT / Point-Lösungen haben weiterhin ihren Platz. Für das optimale Endergebnis ist die Implementierung der richtigen Mischung dieser Lösungen zur richtigen Zeit essentiell. Zuletzt noch einmal: RPA funktioniert nur bei regelbasierten Aktivitäten mit digitalisierbarem Input. Gesamtprozesse erfüllen diese beiden Anforderungen selten. Deshalb sind Tools wie Image-to-Digital, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in Kombination mit Fachleuten der einzige gangbare Weg, wenn das optimale Performance-Level erreicht und handfeste Geschäftsergebnisse erzielt werden sollen.

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