Die Ansprüche von Praktikanten

Die Bedeutung von Praktikanten

Wer heute noch der Meinung ist, die Beschäftigung von Praktikanten sei reine Nebensache, der irrt. Denn mittlerweile haben junge Menschen, die sich für ein Praktikum in einem Betrieb entscheiden, äußerst klare Vorstellungen dessen, was sie dort erleben möchten. Dabei geht es vielen gar nicht primär um das Gehalt. Zwar ist die Bezahlung in den letzten Jahren besser geworden, doch ist es vor allem der Erwerb verschiedener Schlüsselkompetenzen, der interessiert. Neben Soft Skills wie Networking und Mentoring werden natürlich auch weiterführende Beschäftigungsverhältnisse wie Festanstellungen angestrebt. Wie wichtig Praktika für viele geworden sind, kann man daran sehen, dass Studenten nicht selten ihre Ausbildung unterbrechen und sogar bereit sind, umzuziehen.

Dem Praktikantenspiegel zufolge – einer Studie von Dezember 2013 – bei der insgesamt 7.500 Praktikanten befragt wurden, waren 75 Prozent der Befragten Studenten, die einen Bachelor– bzw. Masterabschluss anstrebten.

Insgesamt bessere Bezahlung

Wie die Studienergebnisse belegen, ist den Praktikanten eine angemessene Bezahlung zwar nicht unwichtig, doch spielen Erwartungen an die Vergütung längst nicht mehr dieselbe Rolle wie noch vor ein paar Jahren. Dies kann man daran festmachen, dass sich das Lohnniveau bei Praktikanten insgesamt verbessert hat. Während in der IT-Branche durchschnittlich 800 Euro pro Monat gezahlt werden, erhalten Praktikanten im Einzelhandel bereits 850 Euro. Mit überdurchschnittlichen Löhnen dürfen vor allem Nachwuchskräfte rechnen, die im Consulting-Bereich und Marktforschungsinstituten tätig sind.

Als unterbezahlt gelten hingegen Praktika in den Bereichen Medien und Marketing. Weit abgeschlagen finden sich Forschung, Verwaltung und Lehre wieder, wo gerade einmal 500 Euro gezahlt werden.

Je besser der Abschluss desto höher das Gehalt

Seit der Bologna-Reform strömen Berufseinsteiger auf den Arbeitsmarkt, die lediglich einen Bachelor-Abschluss im Gepäck haben. Für viele Arbeitgeber bedeutet dies, dass sie im Vergleich zu früher vor der Herausforderung stehen, schlechter qualifizierterem Personal geeignete Aufgaben zuzuweisen. Da ein Masterstudiengang mindestens zwei Jahre länger dauert als ein Bachelor-Studium, sind viele Unternehmen dazu bereit, Master-Absolventen besser zu bezahlen. Dies gilt übrigens nicht nur für den späteren Beruf, sondern zeigt sich bereits während des Praktikums, wo zwischen Praktikanten mit beiden Abschlüssen durchschnittlich eine Lohndifferenz von 100 Euro liegt. Darüber hinaus werden Studentinnen immer noch schlechter bezahlt als ihre Kommilitonen. Dass Praktikanten eines Masterstudienganges besser für ihre Arbeit entlohnt werden, hängt jedoch auch damit zusammen, dass sie mehr leisten müssen. Denn viele Unternehmen stellen schlichtweg höhere Anforderungen an sie. Letztlich ist der Abschluss jedoch nur der Schlüssel zur Berufswelt. Um in ihr zu bestehen, kommt es vor allem darauf an, einen guten Job zu machen. Daher legen viele Praktikanten besonderen Wert darauf, so früh wie möglich wertvolle Erfahrungen zu sammeln und sich elementare Kompetenzen anzueignen. Denn vielen ist klar: Nur Kombination von Abschluss und persönlichen Fähigkeiten ermöglicht dauerhaften Erfolg im Berufsleben.

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