Langfristige Ziele – Ein Faktor Ihrer Jobsuche

Langfristige Ziele – Ein Faktor Ihrer Jobsuche

Während Sie gerade einen neuen Job antreten, wird Ihnen bewusst, dass dieser in den nächsten Jahren wohl eine Reihe persönlicher Opfer verlangen wird; daher ist es ein großer Fehler, die eigenen Mühen und Anstrengung, die Sie in den nächsten Wochen oder gar 15 Jahren erbringen werden, unberücksichtigt zu lassen. Sie mögen wohl denken, dass es Ihnen ohne weiteres gelingt, damit umzugehen, und dass Sie Ihre Fernziele trotzdem erreichen; dies ist schön und gut, wie aber sieht es mit Ihrer Familie aus? Kann sie dies auch? In Hinblick auf die Anzahl von Mid-Career-Führungskräften habe ich einmal geschätzt, wie viele von Ihnen es tatsächlich geschafft haben, gleichzeitig mit einem anspruchsvollen und herausfordernden Job sowie einer Scheidung fertig zu werden. Dabei bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es am besten ist, den Ehepartner in langfristige Karriereziele einzubinden. Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass man seine Ziele auch wirklich erreicht und sich die dafür unternommenen Anstrengungen letztlich auch auszahlen. Wenn Sie dies nicht tun, könnten Sie dazu gezwungen sein, Ihre Karriere und Ihr persönliches Leben nach einem Jahrzehnt erneut kritisch hinterfragen – und das wollen Sie nicht!

Wenn Sie das Glück haben, bis zum Ende eines Suchlaufs über zwei, drei oder mehr Jobangebote zu verfügen, werden Sie zweifellos jeden von ihnen in Hinblick auf Gehalt, Titel und die jeweiligen Verantwortlichkeiten bewerten. An dieser Stelle empfehle ich Ihnen, Ihre Alternativen ein zweites Mal zu prüfen, und zwar in Hinblick auf Ihre langfristigen Karriereziele. Möglicherweise kommen Sie hier zu anderen Ergebnissen als zuvor – und das kann sehr wichtig sein.

Beispiel: Ihr langfristiges Ziel ist es, der Präsident der Zweihundert-Millionen-Dollar-Abteilung eines Eine-Milliarden-Dollar-Unternehmens zu sein und zwei alternative Jobangebote gleichzeitig zu haben. Das erste besteht in einer Stelle als Controller bei der Alpha Corporation, einer Zehn-Millionen-Dollar-Produktionsgesellschaft. Das zweite ist der Posten des Abteilungsleiters, der für die Steuerung in den Rechnungslegungsstellen der Beta Corporation verantwortlich ist, einer Eine-Milliarden-Dollar-Holdinggesellschaft mit einer Reihe von Zweihundert-Millionen-Dollar-Abteilungen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Angebot, das Sie von der Alpha-Gesellschaft erhalten haben, mit dreitausend Dollar mehr pro Jahr dotiert ist als das Beta Angebot. Welche Stelle sollten Sie jetzt also nehmen? Wenn Sie die Berufsbezeichnungen und die finanzielle Vergünstigung beider Jobs beachten und dabei Ihrem ersten Bauchgefühl folgen, wird Ihnen wahrscheinlich das Alpha-Angebot attraktiver erscheinen. Wenn Sie jedoch Ihre langfristigen Ziele in den Blick nehmen, könnte es sein, dass Sie sich doch für den Beta-Job entscheiden. Warum ist das so? Es ist fast unmöglich, auf der höchsten Ebene eines Zehn-Millionen-Dollar-Unternehmens in das entsprechende Segment eines Eine-Milliarde-Unternehmens zu wechseln. Wenn Sie aber für ein Eine-Milliarden-Dollar-Unternehmen arbeiten, könnte es sich lohnen, zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Konzernzentrale als Controller in eine der 200.000-Dollar-Abteilungen zu wechseln. Denn die Position als Controller kann dann als Sprungbrett für allgemeine Verwaltung des Geschäftsbereichs dienen.

Ein weiteres Beispiel: Sie sind ein Verkäufer mit über drei Jahren Erfahrung und für ein großes nationales Unternehmen tätig. Sie haben eine Stellensuche durchgeführt und dabei zwei Angebote erhalten. Das erste besteht in einem Job bei der Super Foods Corporation, einer großen nationalen Firma, die für das schnelle Verschieben ihrer Vertriebsmitarbeiter von Gebiet zu Gebiet sowie in Richtung der Geschäftsleitung bekannt ist, sofern diese im Vertrieb entsprechend gute Fortschritte machen. Das andere Angebot gilt für die Mid-City-Vertriebsgesellschaft, einen lokalen Lebensmittel-Großhändler. Die Vergütung beider Firmen ist in etwa gleich, obwohl Ihr zukünftiger Chef bei Super Foods Ihnen gesagt hat, dass Sie weit mehr als in einer kleinen Firma verdienen können, sofern Sie es zum Regionalleiter schaffen. Damit gibt es nun die Gelegenheit, sich in den nächsten Jahren in beiden Firmen ins Vertriebsmanagement aufzusteigen. Welchen Job sollten Sie daher also nehmen?

Auf den ersten Blick mag die Gelegenheit verlockend sein, in einem großen nationalen Unternehmen zu starten, was besonders umso mehr der Fall ist, als Ihre unmittelbaren Ziele darin bestehen, für immer größere Verkaufsgebiete zuständig zu sein und innerhalb der nächsten 15 Jahre so viel Geld wie möglich zu verdienen. Doch lassen Sie uns das Ganze nun ein wenig verkomplizieren. Nehmen wir an, Ihr Ehepartner ist ein echter Familienmensch mit vielen Freunden und Verwandten in der Stadt, in der Sie leben. Gehen wir zudem davon aus, dass Ihr Ehepartner einen guten Job hat. Dieser ist zwar nicht so erträglich wie Ihrer, aber Ihr Ehepartner ist seit einigen Jahren in seiner Firma und möchte dort auch noch lange bleiben. Wenn Sie also zu Super Foods gingen, dürfte Ihr langfristiger Erfolg einen starken negativen Einfluss auf Ihr Privatleben haben. Die Wahl läuft letztlich also darauf hinaus, sich zwischen Familie und Karriere zu entscheiden. Denn wie Sie sehen, ist es einfach unmöglich, beides voneinander zu trennen. Dies würden Sie aber nur unter der Bedingung erkennen, dass Sie sich Gedanken über ihre langfristige Karriere machen. Vor diesem Hintergrund sind Überlegungen zu langfristigen Entwicklung nicht selten sehr wichtig.

Berücksichtigen Sie die „Verkaufbarkeit“

Bei sämtlichen Jobangeboten sollten Sie sich für den Fall, dass eine Entscheidung schwerfällt, fragen, welcher von ihnen Sie Ihren langfristigen Zielen am nächsten bringt. Nur wenige Arbeitssuchende würden eine Position in einer Firma antreten, von der sie wissen, dass sie nach ein paar Jahren ausgebrannt wären. Dabei ist es genau diese Art von negativem Denken, das die meisten von uns ignorieren – auch bei der Jobwahl. Zudem hat die Erfahrung gezeigt, dass viele Arbeitsuchende bereits innerhalb der ersten drei Jahre einen neuen Job antreten. Wenn Sie für einen Augenblick einmal eine pessimistische Perspektive einnehmen und dabei die alternativen Jobangebote berücksichtigen, die Ihre Suche ergeben hat, könnte dies ihre Entscheidung beeinflussen. Nehmen wir an, dass Ihr langfristiges Karriere-Ziel darin besteht, Vize-Präsident der Fertigungsabteilung in einem großen Unternehmen zu werden und dass Sie dafür zwei Angebote haben. Eines ist bei dem Unternehmen Universal Fabricators; das andere wäre bei der Firma Taylor-Rohre. In beiden Jobs fangen Sie als Supervisor in einer Fertigungsstätte an. Der größte Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass Universal zwanzig unterschiedliche Produkte fertigen und infolgedessen eine Vielzahl von Maschinen in seinem Werk hat. Die Firma Taylor-Rohre produziert hingegen nur Rohre und verwendet dafür eine Gruppe von hochspezialisierten Maschinen. Ihre Entscheidung zwischen Universal und Taylor dürfte nun wohl davon abhängig sein, wer besser bezahlt, welcher Standort sich näher an Ihrem zu Hause befindet und darüber hinaus die netteren Mitarbeiter beschäftigt.

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