Notizen im Vorstellungsgespräch

Der große Irrtum

Fast alle Menschen versuchen, während eines Bewerbungsgesprächs alles richtig zu machen. Während die einen selbst die eigene Garderobe bis ins kleinste Detail durchplanen, gehen andere sogar noch weiter, indem sie etwa die Wahl des Parfüms entsprechend anpassen. Fast jeder von uns kennt die klassischen Bewerbungsratgeber mit den immer gleichen Tipps. Dass solche Ratschläge allerdings manchmal auch schlichtweg falsch sind, zeigt das Beispiel der Empfehlung, sich unter keinen Umständen Notizen zu machen. Vielmehr – so ein weitverbreiteter Irrtum – sei es angemessen, den anwesenden Personalern stets mit einem frischen Lächeln zu begegnen und den Blickkontakt nach Möglichkeit nicht abreißen zu lassen. Doch mal im Ernst: Kaum jemand verfügt über ein fotografisches Gedächtnis, und gerade dann, wenn Bewerber mit einer schieren Fülle von Informationen konfrontiert sind, erweisen sich Notizen als die einzige Möglichkeit, diese auch zu behalten.

Schreiben Sie Wichtiges auf

Sofern es im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs nicht gerade um eine Stelle als Friedhofsgärtner oder Hundefrisör geht (die Vertreter dieser Zünfte mögen uns den Rekurs auf ihr Handwerk geflissentlich verzeihen), können Sie davon ausgehen, dass die Personaler wichtige Informationen bereit halten, die für Sie von großen Interesse sein können. Daher ist es sinnvoll, Relevantes schriftlich zu fixieren, damit wichtige Aspekte, die zur ausgeschriebenen Stelle gehören, nicht sofort wieder in Vergessenheit geraten. Begehen Sie aber nicht den Fehler, ein ganzes Manuskript anzufertigen. Anders als nervöse Erstsemesterstudenten, die in dem Wunsch, bloß nichts zu vergessen, verzweifelt versuchen, jedes Wort eines Dozenten aufzuschreiben, sollten Sie es lieber ruhig angehen und sich nur zu wesentlichen Dingen Notizen machen. Solche Aufzeichnungen kann indes man gut als Gedächtnisstütze begreifen, die dabei hilft, den Überblick zu behalten. Beschränken Sie sich bei Ihren Notizen daher auf kleine Stichworte, die bislang ungeklärte Fragen bzw. relevante Zahlenwerte beschreiben. Falls Sie immer noch zögern, unumwunden zu Stift und Papier zu greifen, vergegenwärtigen Sie sich, dass eine gute Mitschrift durchaus als Beleg für das Interesse Ihrerseits gesehen wird. Für Beruhigung sollte zudem sorgen, dass mittlerweile auch die meisten Personaler mit Stift und Notizblock in Bewerbungsgespräche gehen, denn auch sie möchten Wichtiges nicht sofort wieder vergessen.

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