Powernapping — Schlafen gegen den Weihnachtsstress

Power im Schlaf

Manche Menschen sagen, das Leben sei zu kurz um es mit Schlafen zu verschwenden und verweisen dabei auf Napoleon, der angeblich nur drei Stunden pro Nacht geschlafen haben soll. Das sind allerdings häufig genau jene Leute, die einige Jahre später kaum noch in der Lage sind nennenswerte Leistungen zu vollbringen (Burn-Out-Risiko!) und im Alter von 45 Jahren so aussehen, als wären sie mit Johannes Heesters in eine Schulklasse gegangen.

Schlafmediziner empfehlen, dass man pro Nacht sieben bis acht Stunden schlafen sollte — nicht mehr und nicht weniger. Sicherlich hat nicht jeder die Zeit, jede Nacht auf eine solche Stundenzahl zu kommen und viele genießen es, an freien Tagen mehr als acht Stunden im Traumland zu verbringen — generell dient es aber der Gesundheit und dem Wohlbefinden sich an diesem Rat zu orientieren. Wer die Möglichkeit hat, sollte auch einen kurzen Mittagsschlaf abhalten — allerdings nicht länger als 30 Minuten, da man sonst in die Tiefschlafphase gerät und sich nach dem Wecken womöglich schlechter fühlt als zuvor.

Was bei uns hinlänglich als „Mittagsstunde“ bezeichnet wird und vielen eher altbacken erscheint, schwappt nun unter der Bezeichnung „Powernapping“ aus Japan zu uns herüber. Auch wenn die Arbeitsbedingungen im Land der aufgehenden Sonne den meisten Europäern nicht wirklich gut gefallen würden und containerartige Bauten mit Powernapping-Kabinen hierzulande wenig nachgefragt werden, so ist es dennoch sinnvoll sich von diesem Trend anstecken zu lassen.

Gerade die Adventszeit, die angeblich ruhig und besinnlich sein soll, ist für die meisten Menschen mit besonders viel Stress und Hektik verbunden. Mit der Zeitinvestition von einer halben Stunde lassen sich diese besonderes Belastungen besser meistern, denn neben dem Stressabbau wirkt sich Schlaf auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Laut Ärzten der Berliner Charité ist man nach einem „Powernap“ wieder für vier Stunden voll arbeitsfähig. Ob man lieber im Liegen, zurückgelehnt im Sitzen oder (was in Universitätsbibliotheken häufig zu beobachten ist) mit dem Kopf auf dem Tisch schlafen sollte, ist bei jedem Menschen individuell anders. Es gilt, dass die Position eingenommen werden sollte, die man als am bequemsten empfindet. Empfehlenswert ist es, ein Kissen oder eine weiche Kopfstütze zu verwenden.

Problematisch kann Powernapping jedoch sein, wenn man in der Nacht gar nicht oder nur so wenig geschlafen hat, dass der Körper nach einer Tiefschlafphase verlangt. Dann kann es passieren, dass man schon in kurzer Zeit so tief einschläft, dass auch ein lauter Wecker einen kaum noch aus dem Winter Wonderland, in dem man gerade wandelt, in die reale Welt zurückholen kann. In einem solchen Fall gilt es auf das Schläfchen zu verzichten, sich notfalls mit koffeinhaltigen Getränken wach zu halten und in der folgenden Nacht den Schlaf nachzuholen. Interessant zu wissen ist auch, dass bei fehlendem Schlaf die Intelligenz rapide sinkt und man sich unter Umständen in einem trunkenheitsähnlichen Zustand befindet. Sorgen Sie also stets dafür, dass Sie regelmäßig und ausreichend schlafen. Diese Stunden sind gut investiert.

Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr
Arthur Schopenhauer

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