Wie die Blockchain das Supply Chain Management verändert

Der Einfluss der Blockchain-Technologie auf das Supply Chain Management

 Containerhafen

Viele Unternehmen stehen im Zuge der digitalen Transformation vor Herausforderungen. Etablierte Geschäftsprozesse müssen kritisch hinterfragt und den sich wandelnden Ansprüchen angepasst werden. Auch das Supply Chain Management muss sich diesem Wandel stellen. Dabei helfen moderne Technologien wie die Robotic Process Automation bei der Optimierung. Nichtsdestotrotz sind Lieferketten durch einen hohen Grad an Intransparenz geprägt. Als Lösung dieser Herausforderung präsentiert sich die Blockchain-Technologie, die zu einer fundamentalen Veränderung der gesamten Supply Chain beiträgt und Unternehmen beim digitalen Wandel unterstützt.

Die Funktionsweise der Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie, die zu den Distributed Ledger Technologien gehört, ist ein dezentrales Register. In diesem Register werden sämtliche Transaktionen gespeichert und mithilfe eines Konsensmechanismus verifiziert. Alle abgeschlossenen Transaktionen finden sich in der entsprechenden Blockchain wieder und können von den Teilnehmern eingesehen werden. Durch die Generierung von Blöcken gewährleistet die Technologie zudem ein hohes Maß an Sicherheit. Jeder generierte Block enthält eine gewisse Anzahl an Transaktionen.

Durch die Generierung des Blocks erzeugt das verteilte Netzwerk zudem eine sogenannte Nonce. Hierbei handelt es sich um einen eindeutigen Wert, der das Ergebnis des Blocks beinhaltet. Erfolgt eine Änderung der Daten im Block, so verändert sich auch die Nonce. Die Aneinanderreihung der Blöcke sorgt allerdings dafür, dass die neuen Blöcke diesen eindeutigen Wert beinhalten, sodass eine nachträgliche Veränderung der Daten oder eine Manipulation für das gesamte Netzwerk nachvollziehbar sind. Zudem befähigt diese Technologie die Teilnehmer des Netzwerks zur Durchführung von Transaktionen.

Welchen Vorteil bietet die Technologie in der Logistik?

Neben den grundsätzlichen Vorteilen bietet die Blockchain jedoch auch spezifische Vorteile im Supply Chain Management. Durch den verteilten Charakter dieses Netzwerks haben alle Teilnehmer stets die Möglichkeit, den Status einer Transaktion nachzuvollziehen. Dementsprechend schafft die Technologie eine weitere Ebene bei der Benutzung des Internets. In der Vergangenheit gab es erst die Kommunikation, dann folgte im Anschluss die Interaktion. Durch die Distributed Ledger Technologien (DLT) eröffnet sich nun jedoch eine Ebene, in der Vertragspartner aufgrund der verteilten Struktur der Technologe einfach und direkt Transaktionen ausführen können. Die Sicherheit ist hierbei für sämtliche Vertragspartner kontinuierlich gegeben.

Folglich besteht durch den Einsatz dieser neuen Technologie auch kein Bedarf für einen Intermediär, der klassischerweise als zentraler Vermittler agiert. Auch der Einsatz der Blockchain-spezifischen Smart Contracts ermöglicht eine weitergehende Automatisierung von Transaktionen. Dementsprechend haben die Kooperationspartner die Möglichkeit, komplette Geschäftsprozesse mithilfe der Technologie zu automatisieren. Allerdings sind diese technologischen Vorteile nur dann realisierbar, wenn die Beteiligten auch eine Möglichkeit zur Interaktion erhalten.

Die Blockchain als zentrales Element zur Digitalisierung der Supply Chain

Eine wichtige Eigenschaft der Blockchain-Technologie ist auch die Revisionssicherheit. Diese stellt neben der Transparenz den wichtigsten Vorteil dar und ist zugleich eines der größten Unterscheidungsmerkmale zu klassischen Track- und Trace-Systemen. Zusätzlich ergibt sich für sämtliche Teilnehmer des Netzwerks die Möglichkeit, die bereitgestellten Daten mit weiteren Informationen anzureichern und somit neue Umsatzpotenziale zu realisieren.

Zusätzlich trägt die Revisionssicherheit dazu bei, dass sich mithilfe der DLT in Zukunft komplette Geschäftsprozesse automatisieren lassen, die sich heutzutage durch einen hohen manuellen Aufwand auszeichnen. Demnach könnte die Rechnungsabwicklung im Zuge der Liefereingangsbestätigung automatisch ausgeführt werden. Alternativ können die Smart Contracts als intelligente Verträge für automatisch vergebene Bürgschaften über mehrere Unternehmen hinweg sorgen.

Vor allem in der Logistik ermöglicht die Blockchain-Technologie die Digitalisierung von Frachtpapieren, die automatische Abfertigung von Zollgütern oder einen digitalen Nachweis beim Haftungsübergang. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig, Die Akzeptanz dieser Technologie durch die Marktteilnehmer ist aber Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung.

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Die Voraussetzung zur erfolgreichen Einführung der Blockchain

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, wie sich die Blockchain in der heutigen Supply Chain umsetzen lässt. Laut den Aussagen von Branchenexperten sind die Vorteile der Technologie sehr vielversprechend. Die Technologie muss aber auch umgesetzt werden, um diese Vorteile zu realisieren. Für eine erfolgreiche Implementierung ist ein vertrauensvolles Netzwerk erforderlich. Auch die Finanzierung der Prozessumstellungen und der Implementierung muss von dem Vertragspartner sichergestellt werden. Vor allem Unternehmen, die am Anfang der Supply Chain stehen, können keine sonderlich großen, unmittelbar realisierbaren Vorteile erzielen. Nichtsdestotrotz muss die Einführung der DLT bereits an diesem Punkt ansetzen. Zudem müssen sich auch die Teilnehmer des Netzwerks dazu bereit erklären, Daten und Verträge zu den Produkten bereitzustellen. Aus diesem Grund ist eine schrittweise Einführung der Blockchain im Supply Chain Management angeraten.

Experten empfehlen im ersten Schritt die Implementierung einer internen Blockchain-Datenbank. Diese legt vor allem das Grundgerüst für die weitere Einführung und macht die Beteiligten mit der neuen Technologie vertraut. Anschließend lässt sich die eingeführte Lösung auf die vor- sowie auf die nachgelagerten Partner in der Supply Chain erweitern. Durch diesen Ansatz kann das Vertrauen bei den Partnern gefördert und der Datenaustausch angeregt werden. Im letzten Schritt erfolgt eine ganzheitliche Einführung der Technologie, die bis zum Endverbraucher reicht. Dieser profitiert durch das hohe Maß an Transparenz, effizientere Prozesse sowie die damit einhergehenden Kostensenkungen.

Beispiele für die erfolgreiche Implementierung von Blockchain-Systemen

Zum aktuellen Zeitpunkt verzeichnen die Distributed Ledger Technologien noch keine marktweite Akzeptanz. Allerdings fokussieren sich immer mehr Unternehmen auf diese Möglichkeit der Prozessoptimierung. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige erfolgreiche Blockchain-Projekte im Supply Chain Management vor.

IBM Food Trust – die Blockchain für die Lebensmittelversorgung

Bei Food Trust handelt es sich um eine DLT-Lösung des US-amerikanischen Technologiekonzerns IBM. Im Fokus stehen bei diesem System vor allem die Supply Chain im Lebensmittelsektor. Diese Lieferkette zeichnet sich durch ein hohes Maß an Komplexität aus, denn die Nahrungsmittel durchlaufen einen langen Weg vom Landwirtschaftsbetrieb bis zum Endverbraucher. In diese Transaktionen sind zahlreiche Unternehmen und Personen involviert. Mit Food Trust schafft IBM ein neues Maß an Transparenz und Verantwortlichkeit in der Nahrungsmittelversorgungskette. Neben einer verbesserten Transparenz durch automatisierte Vorgänge schafft dieses Blockchain-System auch Vertrauen bei den Teilnehmern. Insbesondere die Endverbraucher erhalten die Möglichkeit, ein Produkt zum Ursprung zurückverfolgen und auf die Anbaubedingungen überprüfen zu können. Zusätzlich ergibt sich ein neuer Standard bei den Sicherheitsbedingungen des Marktes. Dauerte die Zurückverfolgung eines belasteten Produktes in der Vergangenheit mehrere Tage, so ermöglicht diese dezentrale Datenbank eine unmittelbare Identifikation der Herkunft und somit eine schnelle Problemlösung.

Die Blockchain verbessert die Arbeitsbedingungen im Primärsektor

Auch der Primärsektor profitiert von den Potenzialen der Blockchain-Technologie. So kann der Einsatz der Technologie zu fairen Arbeitsbedingungen beim Abbau von Rohstoffen beitragen. Insbesondere der Abbau von relevanten Rohstoffen wie Kobalt steht im Fokus dieses Geschäftsmodells. Dementsprechend setzen verarbeitende Industrien auf die DLT-Lösungen, um faire und nachhaltige Abbaumethoden zu fördern. Dieser Ansatz lässt sich in verschiedenen Industriezweigen beobachten. So setzen auch Lebensmittelhersteller auf die Blockchain, um unfaire Produktionsbedingungen beim Abbau von Nahrungsmitteln oder Kaffee zu unterbinden.

Einsatz der Blockchain im Energiemarkt

Vor allem die Energiewende stellt Unternehmen und Haushalte vor Herausforderungen. Zum aktuellen Stand haben die Marktteilnehmer lediglich die Möglichkeit, Energie aus dem Stromnetz zu entnehmen und den eigenen Verbrauch zu bezahlen. Doch auch hier steht die Lieferkette vor einer fundamentalen Veränderung, denn intelligente Stromnetze haben das Potenzial den Markt zu revolutionieren. Intermediäre werden durch den Einsatz der Technologie obsolet. Stattdessen können Haushalte über intelligente Systeme mit ihren verfügbaren Ressourcen handeln und demnach die Energie im Bedarfsfall bereitstellen. Für den Markt ergibt sich ein Maximum an Transparenz und Effizienz.

Fazit

Auch wenn aktuell Technologien wie die Künstliche Intelligenz, RPA oder Machine Learning den Alltag der Unternehmen verändern, zeichnet sich mit der Blockchain-Technologie bereits die nächste Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation ab. Vor allem in der Supply Chain eröffnen sich mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten. Diese können den Markt effektiv transformieren und die Transparenz, Sicherheit und Effizienz nachhaltig steigern. Bereits heute forschen Unternehmen an den Einsatzmöglichkeiten der Technologie und schließen Testphasen erfolgreich ab. Für den nachhaltigen Durchbruch der Technologie bedarf es allerdings einer Adaption in der gesamten Supply Chain.

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