Wie soziales Engagement Ihren Lebenslauf aufbessert

Soziales Engagement

Man hört und liest es immer häufiger: soziales Engagement im Lebenslauf kommt gut an. Oft ist es gerade das, was die Personaler beim Bewerbungsgespräch interessiert und es entsteht nicht selten ein nettes Gespräch über die Erlebnisse, die der Bewerber bei der Pflege im Seniorenheim, auf der Station im Krankenhaus und bei der Arbeit mit benachteiligten Menschen hatte. Das ist nicht verwunderlich, denn kaum etwas kann dem Chef so einen guten Einblick in die Persönlichkeit des Bewerbers geben wie das, was dieser in seiner Freizeit für andere tut. Doch wie geht man es an und macht das soziale Engagement im Lebenslauf zum Erfolg?

Die Motivation hinterfragen

Klar, sich für andere engagieren ist immer gut. Doch im Lebenslauf wird das Engagement nur dann etwas bringen, wenn man es nicht nur gemacht hat, um es in den Lebenslauf schreiben zu können. Die Motivation, die hinter dem eigenen Engagement steht, ist entscheidend, und der erfahrene Personalchef wird mit einigen wenigen Fragen auch schnell herausfinden können, ob man es wirklich ernst meint mit der Nächstenliebe.

Außerdem nutzt einem ehrlich gemeintes Engagement auch selbst. Es erweitert den persönlichen Horizont, zeigt die Situation anderer Menschen, die größere Probleme haben als man selbst und hilft so, die eigenen Schwierigkeiten aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Am Ende eines ausgefüllten Tages, an dem man etwas für andere tun konnte, fühlt man sich glücklich und zufrieden - das ist sogar noch mehr wert als die spätere Erwähnung der guten Taten im Lebenslauf.

Soziales Engagement als Zwang

Früher war soziales Engagement im Lebenslauf eher die Ausnahme. Heute hat fast jeder schon mal Essen an Bedürftige ausgegeben oder im Urlaub im Seniorenheim ausgeholfen. Da kann schnell der Eindruck entstehen, man müsse heute irgendeine Form des sozialen Engagements vorweisen, um überhaupt noch die Chance auf einen Job zu haben. Die Konsequenz daraus ist, dass der uneigennützige Sinn hinter sozialem Engagement verloren geht und man versucht, die Mitbewerber durch möglichst ausgefallene soziale Projekte auszustechen. Das ist eine Falle. Nur wenn das Engagement auch ehrlich gemeint ist, kommt es im Lebenslauf gut an.

Soziales Engagement richtig in den Lebenslauf integrieren

Gut präsentiert kann soziales Engagement tatsächlich einen positiven Eindruck machen und die Chancen auf den Traumjob erhöhen. Das gleiche gilt aber auch umgekehrt: Entpuppt sich das im Lebenslauf angepriesene Engagement als Luftblase zum Beeindrucken des Chefs, wird das mit ziemlicher Sicherheit eher schlechte Karten haben und der Job rückt in weite Ferne. Deshalb gilt vor allem: ehrlich bleiben! Den Lebenslauf mit ein paar netten, aber unwahren Anekdoten aufzubessern, mag zwar verlockend sein, bringt aber sehr wenig, wenn der Schwindel später auffliegt. Zudem muss man auch jederzeit mit Rückfragen des aufmerksam gewordenen Personalchefs rechnen. Denn ihm geht es oft gerade darum, genau herauszufinden, warum sich der Bewerber für ein bestimmtes Engagement entschieden hat, was er dabei erlebt und was er daraus gelernt hat. Darauf überzeugend zu antworten gelingt aber nur, wenn man auch tatsächlich Erfahrungen gemacht hat.

Das soziale Engagement sollte außerdem nicht nur wie ein kurzes Strohfeuer wirken, so als hätte man zwei Wochen vor der Bewerbung noch mal schnell ein Praktikum im Krankenhaus absolviert. Nur auf Dauer angelegtes soziales Engagement prägt die Persönlichkeit und das ist das, was die Personaler wollen. Alles andere wirkt aufgesetzt und lässt schnell wieder den unerwünschten Eindruck entstehen, man habe mit dem sozialen Engagement nur die Bewerbung aufhübschen wollen.

Wichtig ist außerdem, das soziale Engagement nicht zu überschätzen. Wenngleich es zweifellos die Chancen verbessern kann, zählen für viele Firmen immer noch die schulischen bzw. beruflichen Leistungen sowie die persönlichen Charaktereigenschaften des Kandidaten. Wenn diese nicht passen wird auch das beste und ausgefallenste Engagement nicht helfen. Deshalb sollte man die sozialen Tätigkeiten eher als Plus sehen. Nicht-Engagierte sind im Bewerbungsverfahren nicht automatisch aus dem Rennen, denn letztlich sind immer die Persönlichkeit und die Leistung des Bewerbers entscheidend.

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